Unsere KI-Leitlinien
„Der Mensch denkt und die KI unterstützt.“
Wir nutzen Künstliche Intelligenz täglich — offen, bewusst und nach klaren Regeln. Diese Leitlinien gelten für alle Unternehmen der IRODIMA-Welt und für alles, was wir veröffentlichen.
Warum wir das so halten
Der Satz über dieser Seite ist keine Stilfrage. Er hat eine wissenschaftliche Grundlage — und die ist in den vergangenen Jahren deutlich belastbarer geworden.
Denkfähigkeit ist trainierbar — und verlernbar. Der über das 20. Jahrhundert gemessene Anstieg der Intelligenzwerte hat sich seit Mitte der 1990er-Jahre in mehreren Ländern umgekehrt. Eine norwegische Untersuchung anhand von Musterungsdaten zeigt den Rückgang innerhalb derselben Familien: Jüngere Brüder erreichen niedrigere Werte als ihre älteren. Die Ursache liegt damit nachweislich in der Umwelt, nicht in den Genen (Bratsberg & Rogeberg, PNAS 2018).
Lesen und Schreiben sind Training. Alphabetisierungsstudien des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik belegen, dass Lesenlernen bis in tiefe Hirnstrukturen hineinwirkt und Gedächtnis, Aufmerksamkeit und logisches Denken messbar verbessert — noch im Erwachsenenalter.
Wer das Denken abgibt, übt es nicht. Eine EEG-Untersuchung des MIT Media Lab fand bei Schreibenden, die ein Sprachmodell nutzten, die schwächste Vernetzung der Hirnareale. Viele konnten aus ihrem soeben abgegebenen eigenen Text keinen einzigen Satz wiedergeben (Kosmyna u. a., 2025).
Für uns folgt daraus keine Ablehnung der KI, sondern eine Reihenfolge: erst der eigene Gedanke, dann die Maschine — zum Prüfen, Schärfen und Widerlegen.
Und weil das zu Grundsatz 5 gehört, sagen wir die Grenze gleich dazu: Dass KI-Nutzung die Denkfähigkeit senkt, ist nicht bewiesen. Der Zeitraum ist dafür zu kurz, und die genannte MIT-Untersuchung ist klein und wird fachlich diskutiert. Wir handeln nach der Indizienlage — und sagen dazu, dass es eine ist.
1. Der Mensch entscheidet
KI entwirft, recherchiert und unterstützt — aber jede Entscheidung, jede Freigabe und jede Verantwortung liegt bei einem Menschen. Für jedes Dokument und jede Entscheidung steht bei uns eine Person ein.
2. Transparenz
Wo KI wesentlich mitgewirkt hat, sagen wir es — wie im Hinweis am Fuß dieser Website. KI-generierte Bilder kennzeichnen wir.
3. Datenschutz und Vertraulichkeit
Vertrauliche Daten — von Kunden, Partnern oder aus unserer Entwicklung — gelangen nicht in fremde KI-Systeme. Dafür arbeiten wir mit einem abgestuften Schutzklassen-Modell: Je schützenswerter eine Information, desto strenger die Regeln, bis hin zur Verarbeitung ausschließlich auf eigener Infrastruktur.
4. Europäische Souveränität
Wir setzen bevorzugt auf europäisches Hosting und europäische KI-Anbieter und bauen unsere Abhängigkeit von einzelnen Anbietern bewusst ab. KI-Modelle sind für uns austauschbare Werkzeuge — unsere Daten und Prozesse gehören uns.
5. Qualität durch Gegenprüfung
Wichtige Ergebnisse lassen wir von unabhängigen KI-Systemen verschiedener Anbieter gegenprüfen und von Menschen bewerten — denn keine einzelne KI hat immer recht. Wir messen KI an nachprüfbaren Ergebnissen, nicht an Versprechen.
6. Das kleinste geeignete Werkzeug
Wir verwenden nicht das größte verfügbare Modell, sondern das kleinste, das die Aufgabe nachweislich zuverlässig erfüllt — das spart Energie, Kosten und Risiko.
7. Barrierefreiheit
KI hilft uns, Inhalte zugänglicher zu machen — von Alternativtexten bis zu einfacher Sprache. Unsere digitalen Angebote orientieren sich an den Anforderungen der Barrierefreiheit (WCAG), nutzbar auch mit Screenreader und Braillezeile.
8. Lernen und Verbessern
Diese Leitlinien sind ein lebendes Dokument. Wir prüfen und schärfen sie fortlaufend — und sprechen gern darüber: Fragen dazu beantworten wir unter Kontakt.
Stand: September 2026 · Verantwortlich: Friedrich Büse, IRODIMA Food Innovation UG (haftungsbeschränkt)